Pflegegeld? Pflegedienst? Oder beides?

Sind Sie oder ein Familienangehöriger pflegebedürftig und wurde Ihnen von Ihrer Pfle­gekasse eine Pflegestufe zuerkannt, stehen Sie nun vor der Frage: wer soll die Pflege durchführen?

Wohnen vielleicht hilfsbereite Angehörige, Freunde oder Nachbarn in Ihrer Umgebung, die sich auch schon bisher um Sie gekümmert haben, kommen diese als Pflegeperson in Frage.

Wichtig ist: Die Pflegeperson muss Ihnen täglich zur Verfügung stehen und zum Teil mehrmals täglich.

Im Kreis Ihrer Angehörigen sollten Sie gemeinsam darüber beraten, ob eine bestimmte Person die Pflege übernehmen kann oder mehrere Perso­nen sich die Aufgaben teilen möchten. Treffen Sie klare Absprachen und legen Sie die Aufgabenverteilung genau fest, denn nur so vermeiden Sie Probleme und Missver­ständnisse im täglichen Ablauf!

Wenn die Pflegeperson/-en bestimmt ist bzw. sind, sollten Sie auch klären in welcher Form und Höhe diese das Pflegegeld erhalten soll, welches Ihnen – je nach Pflegestufe- monatlich von der Pflegekasse auf Ihr Konto überwiesen wird. Erbringt Ihre Pflegeperson mindestens 14 Stunden in der Woche Hilfeleistungen und ist Sie weniger als 30 Stunden in der Woche berufstätig, so kann für diese auch eine Altersabsicherung über die Pflegekasse aufgebaut werden.

Kommen Sie und Ihre Angehörigen zu dem Schluss, dass Ihre tägliche Versorgung in­nerhalb der Familie und des Freundeskreises nicht gesichert werden Kann, sollten Sie sich Unterstützung bei einem professionellen Pflegedienst suchen. Ihre Krankenkasse, Ihr Hausarzt oder auch das örtliche Telefonbuch können Ihnen Auskunft über die An­bieter ambulanter Pflege in Ihrer Region geben.

Vereinbaren Sie ein Erstgespräch. Diese dient neben dem gegenseitigen Kennenlernen der Abgrenzung der Aufgaben. Welche Pflegemaßnahmen sollen die Mitarbeiter/-innen des Pflegedienstes übernehmen? Was können die Angehörigen leisten? Übernimmt statt eines Angehörigen ein Pflegedienst Ihre Pflege, spricht man von einer Pflegesach­leistung. In diesem Fall erhalten Sie kein monatliches Pflegegeld, sondern der Pflege­dienst rechnet seine Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab. Bei Nichtausschöpfen der Sachleistungen durch den Pflegedienst wird Ihnen anteilig Pflegegeld gezahlt.

Egal, ob Sie sich für Pflegegeld, Sachleistung oder Kombinationsleistungen entscheiden, an Ihre Entscheidung sind Sie 6 Monate gebunden. Nur in Ausnahmefällen kann Ihnen Ihre Pflegekasse eine vorzeitige Änderung dieser Entscheidung zu gestehen.

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