Der Pflegeantrag ist gestellt - MDK hat sich angemeldet!

Nach Beantragung einer Pflegestufe und einer gewissen Wartezeit hat sich nun der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) zu einer Begutachtung bei Ihnen zu Hause angemeldet. Zu diesem wichtigen Termin sollten neben Ihnen als Pflegebedürfti­ger möglichst die wichtigsten Pflegepersonen aus der Familie oder eine Mitarbeiterin des Sie betreuenden Pflegedienstes anwesend sein. Ist Ihnen oder Ihren Pflegeperso­nen die Einhaltung des vorgegebenen Termins nicht möglich, können Sie beim MDK telefonisch um einen neuen Termin bitten. Die entsprechende Telefonnummer finden Sie auf dem Anschreiben.

Das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI) schreibt genau vor, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um eine Pflegestufe zu erhalten. Diese sind hoch angesetzt und werden an Hand eines standardisierten Fragebogens, der meist schon während des Besuches ausgefüllt wird, geprüft. Zur Beantwortung der vielen Fragen können Sie Ihr Pflegetagebuch zu Rate ziehen. Sie können genau angeben, welche Tätigkeiten oder Handreichungen wie oft durchgeführt werden und wie viel Zeit nötig ist. Die Pflegezeiten aller Pflegepersonen werden miteinander addiert und die Gutachter sind gehalten, auf jeden Einzelfall einzugehen.

Es genügt nicht, wenn Sie überwiegend im Haushalt d.h. beim Einkaufen, Kochen, Wä­sche waschen, Reinigen der Wohnung Hilfe benötigen. Sie müssen vielmehr

  • im Bereich der Körperpflege (wie Waschen, Duschen, Baden, Kämmen, Rasieren, Zahnpflege)
  • bei der Ernährung (wie mundgerechtes Zubereiten und Aufnahme der Nahrung)
  • bei der Mobilität (wie Aufstehen und Zubettgehen, An- u. Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen innerhalb der Wohnung)

einen größeren Hilfebedarf haben.

Auch wenn bei diesen Verrichtungen des täglichen Lebens nur eine Anleitung, Unterstützung oder Beaufsichtigung nötig ist, wird diese bei der Pflegezeit mit berücksichtigt. Benötigte Zeiten für das Anlegen von Verbänden, Medikamente reichen, Insulin sprit­zen, Einreibungen usw. zählen allerdings nicht mit.

Die Fragen des Gutachters sollten Sie immer realistisch beantworten. Verständliche Scham über Gebrechen oder ein zu unrealistisches "Das schaffe ich schon!" sind völlig fehl am Platz. Neben der Befragung wird meist eine körperliche Untersuchung vorge­nommen, Ihre Schlafgelegenheiten und der Sanitärbereich begutachtet.

Zum Abschluss des Hausbesuches empfiehlt es sich, den Gutachter nach seiner Ein­schätzung zu fragen. Die Antwort kann für Sie nur eine Orientierung sein. Vom Besuch bis zum Bescheid der Pflegekasse kann nochmals einige Zeit vergehen. Auf jeden Fall wird Ihnen ein schriftlicher Bescheid zugeschickt.

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