Der Einstufungsbescheid zur Pflegestufe ist da!

Einige Zeit nach dem Besuch des Gutachters hat Ihnen die Pflegekasse den Pflegebe­scheid geschickt. Ist Ihnen eine Pflegestufe zuerkannt worden, erfolgt die Bewilligung in der Regel rückwirkend zum Tag der Antragstellung. Haben Sie Pflegegeld beantragt, wird es Ihnen zum Monatsanfang auf Ihr Konto überwiesen. Ist ihr Antrag auf eine Pfle­gestufe leider abgelehnt worden, muss diese Entscheidung im Pflegebescheid begründet werden. Um diese Entscheidung nachvollziehen zu können, sollten Sie in jedem Fall das Pflegegutachten von der Pflegekasse anfordern.

Gegen den Bescheid (nicht gegen das Gutachten) können Sie schriftlich innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen. Ist dem Pflegebescheid keine Rechtsmittelbe­lehrung beigefügt, können Sie sogar innerhalb eines Jahres Widerspruch einlegen. Während der 4-Wochen Frist muss der Widerspruch noch nicht begründet werden, sondern es genügt, wenn Sie Ihren Einspruch in einem Satz formulieren: (z.B. "Hiermit lege ich Widerspruch gegen den Bescheid vom...ein"). Zum Beispiel der Einhaltung der Frist sollten Sie den Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein verschicken. Ein mündlicher Widerspruch reicht nicht aus.

Grundsätzlich genügt es, dass Sie der Pflegekasse Ihre abweichende Auffassung mit­teilen. Es ist aber ratsam, den Widerspruch Punkt für Punkt zu begründen, z.B. kann der angenommene Zeitaufwand im Pflegegutachten vom tatsächlichen Aufwand, welchen Sie in Ihrem Pflegetagebuch dokumentiert haben, erheblich abweichen. Ebenfalls hilfreich sind eigen Schilderungen der Pflegesituation. Die Begründung können Sie dem Widerspruch nachreichen.

Wird gegen einen Pflegebescheid Widerspruch eingelegt, überprüft die Pflegekasse zu­nächst noch einmal das Gutachten, das dem Bescheid zu Grunde liegt. Bringt das keine andere Einstufung, wird in der Regel ein Zweitgutachten durch einen anderen Gutachter erstellt. Daraufhin wird entweder den Einwänden des Widerspruchs Rechnung getragen und die Pflegestufe wird Ihnen gewährt, oder der Widerspruch wird zurück gewiesen.

Info

Gegen diese erneute Ablehnung können Sie Klage beim Sozialgericht einreichen. Hier­bei gelten die gleichen Fristen, wie beim Widerspruchsverfahren.

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Haben Sie Fragen zum Thema Pflegeantrag und Widerspruchsverfahren? Das VITAL-Pflegeteam berät Sie gern.

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